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Was ist die Ursache von Schimmelpilzbildung an Bauteilen?

 

Schimmelpilz entsteht bei einer länger wirkenden Durchfeuchtung eines Materiales, meist infolge von Tauwasser (Schwitzwasser) am Bauteil. Hierbei reicht es schon aus, wenn die Bauteiloberfläche über einige Tage einer relativen Luftfeuchtigkeit von > 80 % ausgesetzt ist. Hier finden die in der Luft schwebenden Sporen einen idealen Nährboden, um wachsen und gedeihen zu können. Schon nach kurzer Zeit beginnen sich z.B. Tapeten abzulösen, es riecht modrig. Bevorzugte Stellen innerhalb einer Wohnung sind die Flächen, die von der beheizten Raumluft nur bedingt erreicht werden:

 

- hinter Vorhängen

- Außenwandflächen hinter Möbeln / Schränken

- Fensterleibungen

 

Die Ursache für diesen Vorgang ist das Wasseraufnahmeverhalten der Luft. Dieses ist abhängig von der Temperatur. So kann 25 °C warme Luft bis zu 23 g Wasser aufnehmen, bei 0 °C hingegen sind es gerade noch 4,9 g. Erwärmt man 0 °C warme Luft wiederum auf 20 °C, dann stellt sich eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 30 % ein. Daher kann man auch bei nasskaltem Wetter lüften, und hierbei eine Senkung der Raumfeuchte erreichen.

 

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Abkühlen der Raumluft Tauwasser freisetzen kann. Kühlt sich die Luft bei einer Raumtemperatur von 20 °C und ca. 50 % relativer Luftfeuchte auf 9,3 °C ab, ist sie nicht mehr in der Lage Wasser zu binden und es fällt Kondensat aus. Der so genannte „Taupunkt“ ist erreicht.

 

Die Gefahr der Schimmelpilzbildung wird neben der luftdichteren Bauweise auch durch die verbesserte Wärmedämmung von Wärmeschutzverglasungen erhöht. Anstelle von Einfach- oder Isolierverglasungen werden heute moderne Wärmeschutzverglasungen mit guten Glasabstandhaltern eingesetzt. Daher ist im Bereich der Verglasungen nur noch sehr geringer Tauwasserausfall zu beobachten.

 

Die Schimmelpilzproblematik ist sehr häufig in Bestandsgebäuden, nach Austausch oder Sanierung von Fenstern, sowie in Neubauten mit Räumen erhöhter Raumluftfeuchtigkeit feststellbar.

In Bestandsgebäuden stellen Fenster häufig das „schwächste“ Bauteil dar. Hier fand ein unkontrollierter Luftwechsel sowie Tauwasserausfall an der Isolierglasoberfläche statt. Werden diese nun durch moderne Fenster ersetzt, verlagert sich dieses Phänomen an das ungünstigere Bauteil. Dies ist häufig die Fensterleibung.

 

Die heutigen Wärmeschutzanforderungen an Gebäude beziehungsweise an einzelne Bauteile führen zu immer geringerem Heizwärmebedarf. Je geringer der Heizwärmebedarf ist, desto größer wird der Anteil des Lüftungswärmeverlustes. Daher werden eine immer dichtere Bauweise von Gebäuden und die stetige Weiterentwicklung von einzelnen Bauteilen gefordert. Diese führen zu immer geringeren Luftwechselraten in Gebäuden.

 

Durch die stetige Weiterentwicklung von Bauteilen steigt die Gefahr der Schimmelpilzbildung.

 

Wie kann entgegen gewirkt werden?

- Nutzverhalten ändern

- Richtiges Lüften

- Planung der Montage und Bauausführung